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Tschisi („Käse“-Eis)

Veröffentlicht von schmeckts am 14.04.2013, 23:04
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zugehöriger Link: Eskimo - Tschisi
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Die Retrowelle hat uns wieder einmal eingeholtDie Retrowelle hat uns wieder einmal eingeholt. Knapp 90.000 Facebook User (Sonntag, 14. April 2013) unterstützen eine Facebook-Seite welche die Rückkehr von ihrem heißgeliebten Tschisi-Eis aus den 80er-90er Jahren gefordert haben. Nachdem auch die Printmedien dieses Randthema für sich entdeckt hatten, wurde scheinbar zusätzliche noch eine künstliche Nachfrage erzeugt, welcher sowohl den Hersteller Eskimo sowie die Lebensmittelketten dazu brachte auf diesen Trend angemessen zu reagieren.
 

Folglich kam es zum Comeback „des Jahres“ wie einige Journalisten, die Rückkehr des Käse-Eis bezeichneten.

Der „Kult“ um dieses Eis nahm jedoch auch kein Ende als Eskimo die Lebensmittelketten mit diesem vermeintlichen Käse-Eis (mit Vanillegeschmack) wieder belieferte. Gesellschaft-soziologisch sehr interessant zu beobachten, dass nach einer gezielten Medienkampagne nun der Herdentrieb folgte und sehr viele Konsumenten dazu verleitete, sofort alles aufzukaufen. Praktisch war in den ersten Monaten das gelieferte Eis innerhalb von nur wenigen Stunden regelmäßig vergriffen. Also ging man dazu über (siehe Foto) sogar eine eigene Tiefkühltruhe, nur mit dieser Eissorte, anzubieten. 

 Tschisi („Käse“-Eis) - Testbericht von schmeckts.at

Zu etwas Verwirrung kann der Name führen. Da es selbstverständlich kein Eis mit Käsegeschmack ist. Die Erklärung findet man bei Wikipediea. So hatte das Tschisi früher Löcher und zusammen mit der künstlichen Farbe sah es wie ein Emmentaler aus. Also eine Art Spongebob-Käse-Eis mit Vanillegeschmack, für Kinder.

So viel Hysterie, für ein industriell hergestelltes Eis weckt zumindest im Ansatz etwas Neugier, was mich dazu brachte, für schmeckts.at, dieses Produkt etwas genauer unter die Lupe zu nehmen, es zu verkosten und danach einen Testbericht abzuliefern.

Wie man bereits der Zutatenliste entnehmen kann, befindet sich nicht einmal ansatzweise Vanille in diesem Vanilleeis. Hauptbestandteil ist vor allem Zucker, erschreckende 21 g kommen auf 100 g / ml Speiseeis. Weitere Bestandteile sind künstliche Aromen, Farbstoffe, Verdickungsmittel und Stärke. (siehe Inhaltsstoffliste)

 

Inhaltsstoffe / technische Angaben /

  • Entrahmte Milch
  • Zucker
  • Wasser
  • Glukose-Fruktose-Sirup (Zuckerkonzentrat)
  • Glukosesirup (bestehend aus Trauben und Fruchtzucker)
  • Kokosfett
  • Stärke
  • E 410 – Johannisbrotkernmehl (Binde- und Verdickungsmittel)
  • E 407 – Carrageen (Verdickungs- und Geliermittel)
  • E 471 - Mono- und Diglyceride von Speisefettsäuren (Emulgator)
  • Künstliches Aroma
  • E 160a - gemischte Carotine (Farbstoff, wird gewonnen aus Karotten)
  • Kurkumin (Farbstoff, wird gewonnen aus der Kurkumawurzel)

 

Achtung: Carrageen (E 407) steht in Verdacht die Ausbreitung von Geschwüren im Magen-Darm-Trakt und sogar Brustkrebs zu fördern.

(Quelle: food-detektiv.de)

 

Geschmack:

Wie es zu erwarten war, unerträglich süß. Da helfen nicht einmal die künstlich zugeführten Aromen, welche den Vanillegeschmack imitieren sollen, um die dominante Süße zu kaschieren. Ja, ich würde sogar behaupten der „Vanillegeschmack“ wird von der unerträglichen Süße regelrecht erschlagen. Ein klein wenig schmeckt es wie künstlicher, sehr billig hergestellter Vanillepudding. Die Konsistenz finde ich ebenfalls sehr gewöhnungsbedürftig. Habe übrigens noch niemals ein so grauenhaftes „Vanille“-Eis verkostet. 

Fazit: Viel Wirbel um Nichts! Geschmacklich eine Katastrophe, gesundheitsfördernd ist es auch nicht gerade und der Preis von 90 Cent pro Speiseeis, auf Holzstiel, ist ebenfalls eine Zumutung. Mir persönlich ist nach dem zweifelhaften „Genuss“ von Tschisi sogar schlecht geworden.


Zielgruppe: Kinder und Leute die keinen Anspruch an ein Speiseeis haben, was Qualität und Geschmack betrifft.



  

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