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Artikel zum Thema: Kulinarische Themen


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Mein Drehtag für w-24 Hat's G'schmeckt? (News)

Thema: Kulinarische Themen

In der W24 Sendung „Hat‘G’schmeckt präsentiert Florian Holzer kulinarische Highlights und Hot-Spots bzw. vereinzelt auch Geheimtipps aus der Wiener Gastronomieszene.

Die Regeln kurz erklärt: Pro Sendung werden 3 Gäste eingeladen. Jeder Gast erhält die Möglichkeit sein Lieblingslokal vorzustellen. Im Vorfeld verpflichtet sich der Gast das favorisierte Lokal der beiden anderen Gäste zu testen. Zielsetzung ist: ein lockeres Gespräch in gemütlicher Runde, der Austausch von unterschiedlichen Meinungen und kulinarischen Bewertungen zu den einzelnen Lokalen.

Die Bewerbung:

Nach erfolgreicher Bewerbung erhielt ich ein Telefonat und anschließend auch noch eine schriftliche Verständigung, mit allen Details und Regeln zur Sendung. Darin enthalten waren unter anderem folgende wichtige Informationen: Datum, Uhrzeit und Drehort, sowie die Adressen der beiden anderen Lokale, welche ich testen sollte. Außerdem gab es noch den Hinweis, dass mir pro Lokal 70 €ersetzt werden, sofern ich die Rechnung mit Angabe der Mehrwertsteuer zum Drehtag mitbringe.

Mein Drehtag in der Ottakringer Brauerei:

Bereits von weitem konnte man den Brauprozess erschnüffeln, nicht unbedingt ein sehr appetitanregender Wegweiser, zur Ottakringer Brauerei. Am Hopfenboden im 2.Stock war das W24-Studio aufgebaut. Kameramänner, Tontechniker, Regisseur, Beleuchter und Maskenbildnerin waren bereits anwesend. Es gab ein erstes Vorgespräch mit dem Regisseur und wir Gäste hatten die Gelegenheit uns ein wenig kennenzulernen. In der Zwischenzeit kam auch der Journalist und Moderator Florian Holzer dazu. Er begrüßte alle Gäste sehr höflich und beantwortete offene Fragen.

Witziges Detail am Rande: Florian Holzer kam ganz legier in kurzen Hosen und T-Shirt zu Sendung. Für die Aufzeichnungen wurde ihm lediglich noch ein elegantes Hemd sowie Sakko hergerichtet.

Während unseres Gesprächs erkundigte ich mich, inwieweit berechtigte Lokalkritik erlaubt bzw. erwünscht sei. Mir war nämlich aufgefallen, dass noch in keiner einzigen Sendung auch nur die kleinste Kritik von den Gästen gekommen war. Ich äußerte meinen Verdacht, dass dies möglicherweise rausgeschnitten wurde.

Florian Holzer versicherte mir und auch den anderen Kandidaten, dass es leider noch niemals vorgekommen sei, dass Gäste sich auch nur etwas kritischer über ein Lokal geäußert hätten „alle wären immer so enthusiasmiert gewesen“.  Selbstverständlich würden auch kritische Kommentare sehr willkommen sein und garantiert nicht rausgeschnitten werden. Nach diesen Worten kündigte ich meine Absicht an, mich über ein Lokal etwas kritischer äußern zu wollen, was Florian Holzer sehr begrüßte.

Danach kam die sehr freundliche Maskenbildnerin, mit ihren Utensilien, und bat jeden Gast nacheinander zu sich. Irgendwann war auch ich dran mir meine dunklen Augenränder und andere Unzulänglichkeiten mit diversen Cremen und Puder mittels eines Schwämmchens bzw. Pinselchens wegschminken zu lassen.

Bevor die Aufzeichnung begann und wir uns zum eingedeckten Studiotisch setzen konnten wurden wir noch mit Mikrofonen verkabelt. Schließlich wurden uns die Plätze zugewiesen und die Beleuchter brachten ihre Scheinwerfer in Stellung. Für die Tontechniker mussten wir in normaler Sprechlautstärke noch eine Tonprobe abgeben. Die Beleuchter haben danach noch ewig lange herumhantiert und geschaut ob wirklich alles gut ausgeleuchtet war und es keine Schatten mehr gab. Dazwischen kam noch einmal die Maskenbildnerin und schminkte die Gäste und den Moderator noch nach. Dies wurde auch bei den diversen Unterbrechungen immer wieder wiederholt.

Florian Holzer konnte die An- sowie die Abmoderation von einem Teleprompter ablesen. Die Scheinwerfer waren unheimlich heißund blendeten mich ständig. Ich war zudem sehr nervös und anfänglich auch ein wenig unsicher.

Es wurde in einem durch gedreht. Unterbrechungen gab es höchstens, wenn die Polizei, Rettung oder Feuerwehr mit Sirenegeheule vorbeifuhren.

Florian Holzer stellte nacheinander die Kandidaten vor und auch das Lokal, welches der Gast als sein „Lieblingsrestaurant“angegeben hatte. Begonnen wurde mit dem Gast Mario, der das Kussmaul 2.0 von Spitzenkoch Mario Bernatovic näher vorstellte. Als der IT-Spezialist Mario, aus dem Waldviertel, danach gefragt wurde wie er ausgerechnet auf das Kussmaul 2.0 gekommen ist: antworte dieser inhaltlich, dass er den Koch vom Kussmaul 2.0 persönlich kennen würde. Er habe die Kochkunst von Mario Bernatovic bereits vom Motto am Fluss und Kussmaul am Spittelberg schätzen und liebend gelernt. Florian Holzer fasste dann zusammen, dass er den Koch auf seinen Karriereweg begleiten würde, was vom Gast Mario bejaht wurde.

Danach ging es um kulinarische Details und Florian Holzer lies den Gast Mario genügend Raum und Zeit um von dessen Lieblingsrestaurant zu schwärmen. Danach wurden die Volksschullehrerin Julia aus dem 22. Bezirk und der gelernte Bäcker aus dem 21. Bezirk (ich) nach unseren Eindrücken zum Kussmaul befragt und was wir dort gegessen haben.

Kulinarisch hatte ich am Kussmaul wirklich nichts auszusetzen, allerdings das Preis-Leistungsverhältnis war für mich nicht wirklich stimmig. Die Portionen waren für Vorspeisen zu klein und zu teuer und für angebliche Tapas zu groß. Das Lokal ist außerdem zu dunkel und die Technomusik viel zu laut. Ich konnte mit dem Konzept so überhaupt nichts anfangen: da es weder Restaurant, noch Tapas-Bar oder Vinothek war. Es war ein undurchschaubarer Mischmasch von allem.

Außerdem habe ich noch die Speisekarte angesprochen und das z.B. beim Rip Eye Steak um immerhin 60€die Gramm nicht angegeben wurden, es steht stattdessen drauf „für zwei Personen“geeignet. Diese Angaben finde ich sehr unbefriedigend und nicht wirklich aussagekräftig.

Ich habe mir übrigens das vakuumierte Steak im Kussmaul 2.0 zeigen lassen, dies dürften zirka 400-450 Gramm Steak gewesen sein. Meiner Ansicht nach reicht diese Menge nur vereinzelte für mehrere Personen, der Standard-Gast wird dies wohl oder übel alleine konsumieren können ohne damit jetzt ein Problem zu haben. Vor allem eingefleischte Steak-Esser.

Es gab somit erstmals in der Sendung Kritik und sogar ein kleines Streitgespräch. Florian Holzer hat uns danach wissen lassen, dass dies die spannendste und unterhaltsamste Sendung gewesen wäre.

Meine Sitznachbarin war etwas zurückhaltend und auch nicht wirklich gesprächig, in einigen Punkten konnte sie mir jedoch beipflichten, was dem Gast Mario sichtlich etwas verärgert hatte.

Vor der Sendung hatte mir Mario, aus dem Waldviertel, noch anvertraut, dass der Schweinsbraten von Patrick Pavlon ganz hervorragend gewesen sei, und auch das Steak lobte er in den höchsten Tönen. Lediglich am Teig von den Mohnnudeln hatte er etwas auszusetzen, allerdings sei dies wirklich meckern auf ganz hohen Niveau, wie er mir versicherte.

Nach meiner in der Sendung angebrachten Kritik gegenüber dem Kussmaul 2.0 war er anschließend jedoch dem Schrammelbeisl gegenüber bzw. auch mir sehr viel kritischer.

Bei Julia (meiner Sitznachbarin) hatte ich fast das Gefühl als würde ihr Essen nicht so wirklich etwas bedeuten bzw. wichtig sein. Ohne wirkliche Begeisterung schildete sie, was sie gegessen hatte oder nicht gegessen hatte bzw. nicht konnte oder wollte. Selbst die Begeisterung für Portugal und für die portugiesische Küche konnte man nicht wirklich spüren.

Das kulinarische Duell fand fast ausschließlich zwischen mir und Mario statt.laugh

Beim Senhor Vinho kam ich erstmals so richtig ins Schwärmen und erzählte von den gigantisch guten Gambas welche in Cognac, Piri-Piri, Knoblauch und Koriander heißangebraten und anschließend mit der Pfanne serviert wurde. Außerdem habe ich vom unglaublich guten Service geschwärmt und vom schönen Ambiente.

Schließlich kam auch mein Lieblingsrestaurant an die Reihe. Ich schilderte meine kulinarischen Eindrücke und war in meiner Begeisterung kaum zu bremsen. Ich lies mich sogar zu der Bemerkung hinreißen, das Patrick Pavlon ein „Gott“sei und sein Steak „besser als Sex ist“.

Nach der zweistündigen Aufzeichnung wurde uns noch gesagt, dass die Ausstrahlung im Oktober sei. Wir werden noch rechtzeitig verständigt werden. Außerdem wurde uns mitgeteilt, dass sie jetzt genügend „Material hätten“, die Sendung aber dennoch auf eine halbe Stunde konzipiert ist und wir nicht böse sein sollen, aber es werde natürlich sehr vieles rausgeschnitten werden müssen. Es geht halt nicht anders.

Es war für mich ein einzigartiges und sehr aufregendes Erlebnis, welches ich jederzeit wiederholen würde.

Abschließend möchte ich noch einer Bitte von Florian Holzer nachkommen. Dieser hat uns darum gebeten Freunden und Bekannten, die ebenfalls für gute Gastronomie brennen, dieses Format zu empfehlen und sie auch zu ermuntern sich zu bewerben. Dieser Bitte komme ich selbstverständlich hiermit sehr gerne nach.

Bewerbungen unter: www.w24.at/Hats-Gschmeckt.Anmeldung


Cronuts auch in Wien erhältlich! (News)

Thema: Kulinarische Themen
Bei Flatschers Steakhaus oder bei Haas und Haas am Stefansplatz ab Mitte Jänner!!!

Alles Gute für das neue Jahr wünscht euch 

SSW!


Schmeckts absolute NO-GOs in einem Restaurant! (News)

Thema: Kulinarische ThemenRücksichtnahme und gutes Benehmen scheinen in der heutigen Zeit etwas aus der Mode gekommen zu sein, umso wichtiger erscheint mir ein dementsprechender Artikel.

Tischgespräche:
Überlautes Gelächter und Gespräche, deren Inhalt man mitbekommt ohne sich anstrengen zu müssen, können ein Ärgernis für andere Gäste darstellen.

Deswegen, versuchen Sie bitte nicht mit Ihren Tischgespräch das ganze Lokal zu unterhalten. Auch wenn Sie sich ganz angeregt in geselliger Runde unterhalten, so ist ebenfalls auf die richtige Lautstärke zu achten. Im Idealfall bekommt man vom Inhalt Ihrer Gespräche am Nebentisch nichts mehr davon mit.

Handy:
Immer wieder ein störendes Phänomen sind Handygespräche die im Restaurant geführt werden. Sofern Sie nicht Arzt sind, stellen Sie bitte Ihr Handy komplett ab oder zumindest auf lautlosen Vibrationsalarm.

Sollten Sie ein scheinbar nicht aufschiebbares Telefongespräch tatsächlich führen müssen, so entschuldigen sich bei Ihren Gegenüber und verlassen Sie bitte kurzfristig für diesen Rückruf das Restaurant.

Kinder:
Leider schon öfters miterlebt. Eltern vernachlässigen ihre Aufsichtspflicht, beschäftigen sich nicht mit ihren Nachwuchs und kommunizieren statt dessen lieber sehr angeregt mit anderen Erwachsenen. Vor allem antiautoritäre „erzogene“ Kinder sind dann sehr schnell einmal („hyperaktiv“) gelangweilt und verwechseln gelegentlich das Restaurant mit einen Spielplatz

Liebe Eltern! Wenn Sie es nicht schaffen Ihren Nachwuchs eine ordentliche Kinderstube mitzugeben, so das dieser weiß, wie man sich in einen Restaurant zu benehmen hat, so sollten Sie entweder davor absehen ein Restaurant zu besuchen (im Interesse der anderen Gäste) oder den Nachwuchs für diesen Anlass in Betreuung geben.

Hunde:
Ich persönlich halte Hunde in der Gaststube immer für sehr problematisch, nicht nur aus hygienischen Gründen. Ich versuche derartige Lokale zu meiden, die Hunde im Lokal tolerieren oder vielleicht sogar mit besonders hundefreundlich werben. Mal ganz davon abgesehen, das Hundehaare eventuell im Essen des Gastes landen können. Außerdem kann es passieren, dass der Hund sein „Geschäft“ im Lokal erledigt, leider bereits miterlebt. Oder das es zu einen lauten und störenden Gebell kommt, sobald ein weiterer Hund die Szenerie betritt.


Die Schlacht am Buffet:
Der Herdentrieb bzw. ganz alte Verhaltensmuster aus der Steinzeit sorgen bei einigen primitiven Exemplaren der Gattung Mensch dafür, dass es regelmäßig zu einer wahren Buffetschlacht kommt. Es wird rücksichtslos gestoßen und gedrängelt, die Teller werden bis zum Rand und darüber hinaus mit Essen befüllt. Erst wenn das „Alphamännchen“ genug Futter auf seinem Teller hat, zieht es beruhigt von dannen und überlässt die kläglichen Überreste den anderen Gästen.
Wenn Sie derartige Primaten am Buffet hantieren sehen, stellen Sie sich bitte nicht auch noch in diese Schlange. Warten Sie einfach einmal ab. Bestellen Sie in der Zwischenzeit Ihre Getränke und kommunizieren Sie mit Ihrem Gegenüber, bis die gierigsten Gäste sich bedient haben. Danach können Sie zumeist völlig unbehelligt in aller Ruhe am Buffet gustieren und sich diverse Köstlichkeit auf den Teller geben.

Abschließen möchte ich diesen Artikel, mit der Frage: Was ist für euch ein NO-GO im Restaurant?


Der beste österreichische Radler! (News)

Thema: Kulinarische Themen

In meinen heutigen Blogeintrag auf lokalbewertungen.wordpress.com ermitteln wir von www.schmeckts.at den besten österreichischen Radler. Unsere Langzeitstudie ging dabei über einen längeren Zeitraum und sorgte in den heißen Sommermonaten vereinzelt tatsächlich für eine wohltuende Erfrischung. Gelegentlich gab es aber auch unverständliches Kopfschütteln, bis hin zu Ekelgefühlen. Sozusagen war die ganze Bandbreite vertreten!

Getestet wurde auf Basis von Geruch und Geschmack, aber auch der jeweilige „Beipackzettel“ – die Zutatenliste wurde selbstverständlich dabei berücksichtigt.

Um es vorweg zu nehmen, Produkte mit künstlichen Süßstoff oder gar mit Konzentrat haben – aufgrund des Geschmackes – sehr viel schlechter abgeschnitten.

Bestandsaufnahme der getesteten Radler:

  • Almradler
  • Egger Apfelradler
  • Egger Naturtrüber Zitronenradler
  • Gösser naturtrüb Zitronen Radler
  • Gösser naturtrüb Kräuter
  • Hirter Radler Kräuter
  • Ottakringer – Radler Citrus
  • Ottakringer – Radler Johannisbeere
  • Stiegl Grapefruit Radler
  • Stiegl Weise Holunder Radler
  • Zipfer Limetten Radler
  • Zwettler Zwetschken Radler

 



 

Produktbewertungen:

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Almradler:

Das Mischverhältnis besteht aus 60% Almdudler und nur 40% Märzenbier. Geschmacklich ist das Märzenbier kaum wahrnehmbar, dominierend ist hierbei vor allem die Süße des Almdudlers. Vermutlich soll das Märzenbier dafür sorgen die Süße des Almdudlers etwas zu drücken. Dies gelingt aber nicht wirklich.

Unserer Meinung nach ist dieses Almradler weder erfrischend noch schmackhaft. Jeder Amateur (vorausgesetzt man mag den Geschmack des Almdudlers) könnte vermutlich ein sehr viel besseres Ergebnis erzielen. Also worauf wartet ihr? Nehmt euch ein Bier eurer Wahl, achtet dabei auf ein besseres Mischverhältnis (beachtet die Süße des Almdudlers und den Geschmack des Bieres) und panscht euch euren Almradler selbst zusammen. Vermutlich wird das Ergebnis sehr viel besser schmecken und günstiger wird es, nebenbei gesagt,  auch noch sein.

Egger Apfelradler:

Wenn wo Limonade draufsteht werde ICH zumindest immer hellhörig und beginne mich sofort zu informieren, was sich tatsächlich hinter diesen scheinbar vermeintlich harmlosen Formulierungen verbirgt. Vor allen nachdem ich den Apfelradler verkostet hatte, dieser ist geschmacklich mit DEN Apfelringen zu vergleichen, wuchs mein Verdacht und meine Neugier.

Laut Hersteller Egger sind folgende Zutaten enthalten:
40% „Egger“-Vollbier und 60% spritziger Apfelsaft-Limonade. Tatsächlich befindet sich jedoch kein natürlicher Apfelsaft sondern folgender Chemiecocktail darin.

Inhaltsstoffe / tech. Angaben
60% Apfelsaftlimonade (Wasser, Zucker, 10% Apfelsaft aus Apfelsaftkonzentrat, Kohlensäure, Aroma, Säuerungsmittel: Zitronensäure), 40% Vollbier (Wasser, Gerstenmalz, Hopfen, Hopfenextrakt).

Mehr technische Details bzw. genauere Erläuterungen der Gefahrenampel beim Egger-Apfelradler und selbstverständlich zu allen anderen erwähnten Produkten findet ihr unter codecheck.info. Ist auch als Handy-Applikation verfügbar.

Egger Naturtrüber Zitronenradler:

Wie schon beim Apfelradler sind auch hier ähnliche (fast gleiche Zutaten) drinnen, was sich im Geschmack deutlich niederschlägt. Die „Zitronenlimonade“ bzw. das Zitronenkonzentrat, welches mit künstlichen Aromen und künstlicher Zitronensäure (E-330) noch versehen wird, riecht und schmeckt wie man sich Reinigungsmittel vorstellt, das mit künstlichen Zitronenduft versehen wurde.
So erfrischend und wohlschmeckend wie gebrauchtes Abwaschwasser.

Gösser naturtrüb Zitronen Radler:

Österreichs wohl beliebteste Radler und dies völlig zurecht. Das steirische Traditionsunternehmen setzt auf Qualität, echte Zitronen und achtet bei seinen Bierzutaten auf das Reinheitsgebot für Bier und das schmeckt man ganz einfach.
Unheimlich erfrischendes Getränk von dem man in den heißen Sommermonaten gar nicht genug bekommen kann. Das Gösser Bier naturtrüb geht dabei eine perfekte Symbiose mit den frischen Zitronen ein.

Gösser selbst macht zu diesen Produkt folgende Angaben:
Vollmundiges Gösser und 100 % natürlicher Zitronensaft fügen sich zu einem erfrischend-leichten Biergenuss: Dem Gösser NaturRadler! Der echte Zitronensaft verleiht dem Gösser NaturRadler auch seine leichte Trübung. Geringer Alkoholgehalt, ausschließlich natürlicher Fruchtzucker und der Verzicht auf künstliche Zusatzstoffe machen den Gösser NaturRadler zu einem einzigartigen Durstlöscher mit harmonischem Geschmack. Alkoholgehalt: 2 % Vol., Stammwürze: 9,8°

Noch Fragen?

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Gösser naturtrüb Kräuter-Radler:

Leider schweigt sich Gösser darüber aus (vermutlich ein gut gehütetes Betriebsgeheimnis), welche heimischen Sommerkräuter sich in dieser einzigartigen und sehr schmackhaften Radler Mischung befinden. Ich bilde mir ein, einen kleinen Schuss Honig herauszuschmecken. Die Kräutermischung ist jedenfalls sehr harmonisch miteinander abgestimmt worden. Auch das Mischverhältnis, vom naturtrüben Gösserbier und der schmackhaften zarten Kräutermischung, könnte wirklich nicht besser sein. Herrlich erfrischend, unheimlich schmackhaft und eine wirkliche Alternative zum Zitronen-Radler von Gösser. Der Alkoholgehalt beträgt übrigens nur 2,0 % Vol., und eine Stammwürze von 9,9°.

Hirter – Radler-Kräuer:

Die in Kärnten beheimatete Brauerei gehört zu den ältesten Brauereien Österreichs. Das in einem sehr aufwendigen Verfahren hergestellte Hirterbier wird mit reinsten Bergquellwasser aus dem Wasserschutzgebiet hergestellt. Hirter selbst läst auf seiner Homepage verlautbaren, dass man bewusst auf die Herstellung von Dosenbier verzichtet, des weiteren keine künstlichen Zusätze ins Hirterbier hinzufügt und außerdem völlig gentechnikfreie Produkte anbietet.

Und diese Qualität schmeckt man ganz einfach mit jedem Schluck Hirterbier. Aber nun genug der Einführung und hin zum getesteten Produkt.

In der Zutatenliste wird von einer Kräuterlimonade gesprochen. Ich nehme jetzt einmal an, eine selbsthergestellte Kräutermischung, die zu einer Kräuterlimonade verarbeitet wird. Ich konnte wie schon bei Gösser auch hier keine weiteren Angaben dazu finden, welche Kräuter nun tatsächlich verarbeitet werden.

Auch hier stimmt übrigens die Harmonie der Kräutermischung, welche ebenfalls sich wunderbar in das schmackhafte Vollbier von Hirter einfügt. Was noch zu erwähnen wäre, es hat einen sehr niedrigen Alkoholgehalt und ist noch dazu sehr kalorienarm, was will man mehr?

Sehr schmackhaft und süffig, äußerst erfrischend!

Ottakringer – Radler Citrus:

Das Traditionsunternehmen aus Wien-Ottakring, feiert heuer übrigens sein 175 jähriges Bestehen, ist der Lieferant für unseren nächsten Radler-Test. Aus dem Zitronenradler von Ottakringer wurde eine Citrus-Mischung kreiert und das war auch gut so, denn das Vorgängermodell schmeckte und roch wie Geschirrspülmittel. Vermutlich wurde es deswegen auch durch das sehr schmackhafte Citrus ersetzt. Dieses Radler besteht aus 40% Bier (2,5% Vol. Alkohol), 60% Limonade mit 10% echten Fruchtsaft (Zitrone, Orange, Grapefruit, Limette)

Da mir das Bier von Ottakringer noch nie sonderlich geschmeckt hat, war ich sehr froh darüber, dass der Citrusgeschmack hier so dominant ist und man vom Ottakringer Vollbier kaum noch etwas schmeckt.

Allerdings gebe ich zu bedenken, ob es nicht sehr viel sinnvoller wäre, (da man vom Bier sowieso kaum etwas schmeckt) wenn man, als Konsument, stattdessen einfach frisches Obst kauft und dieses frisch auspresst. Dieser natürliche Fruchtcocktail ist auf jeden Fall noch sehr viel erfrischender und gesünder. Also warum sollte man einen Ottakringer Citrus Radler eigentlich kaufen?

Ottakringer – Radler Johannisbeere:

Schwarze Ribiseln sind der Lieferant für 10% echten Fruchtsaft in der 50% Limonaden- und 50% Bier.Mischung für unserer nächstes Radler. Wie zu erwarten ist auch hier der Fruchtsaftgeschmack dominierend, eigentlich schmeckt es mehr wie ein übersüßtes Kracherl. Es ist weder erfrischend noch durstlöschend.



Stiegl Grapefruit Radler:

Die Stiegl Brauerei in Salzburg existiert bereits seit 1912, um 1780 soll bereits der weltberühmte österreichische Komponist und Klaviervirtuose Wolfgang Amadeus Mozart Stiegl Bier bevorzugt konsumiert haben.

Österreichs erster Grapefruit Radler mit echtem Grapefruitsaft ist unheimlich süffig, sehr erfrischendend im Geschmack und durstlöschend zugleich. Noch dazu hat der Stiegl Grapefruit Radler nur 2,5 % vol. Alkoholgehalt und mit lediglich 35 kcal auf 100 ml ist es garantiert nicht für den Bierbauch verantwortlich.

Stiegl Weise Holunder Radler:

Den Geruch und Geschmack von Holunder muss man mögen, i mog eahm!!! Allerdings hatte ich im Vorfeld der Verkostung die Befürchtung gehabt, dass – wie bei so vielen anderen Holunderprodukten – eine unnatürliche dominante Süße hervortreten wird. Wie sich jedoch bereits nach dem ersten erfrischenden Schluck herausstellte, war meine Befürchtung vollkommen unbegründet. Man schmeckt vor allem das herrliche Stiegl Weisbier, der zarte Geruch und Geschmack von Holunderblüten ist nur sehr leicht wahrnehmbar und eine wirklich sehr erfrische Komponente dieses Radlers.

Zipfer Limetten Radler:

Die oberösterreichische Brauerei Zipf ist Teil der Brau Union, deren Aktienmehrheit im Besitz von Heineken ist. Bereits 2011 erschien der Limetten Radler von Zipfer. Fruchtsaft von echten sonnengereiften Limetten wurde für diesen Radler verwendet. Wie man sich vorstellen kann, ist der erfrischende und durstlöschende Geschmack der Limetten hier sehr dominierend. Wer also lieber einen Radler möchte, bei dem der Biergeschmack im Vordergrund steht, dem ist in diesen Fall vor dem Zipfer Limetten Radler eher abzuraten. Mir persönlich schmeckt es sehr gut, allerdings gebe ich zu bedenken, dass der Saft einer frischausgepressten Limette, vermischt mit kalten Leitungswasser oder aufgespritzt mit Soda oder Mineralwasser einen ähnlichen erfrischenden Effekt hätte.

Zwettler – Zwetchken Radler:

Der „Schatz“ des Waltviertels, so liebevoll umschreibt die niederösterreichische Brauerei Zwettler, welche auch in Zwettel ansässig ist, ihre Bierprodukte.

Allerdings nachdem ich das Zwetchken Radler erstmals verkostet habe, hatte ich zumindest komplett andere Assoziationen, als den Begriff „Schatz“ dafür zu verwenden. Noch kurz zum Inhalt bevor ich zum Geschmack komme. Powidl, Zwetschkenröster, Gewürznelken und Sultaninen sind in diesen Biermischgetränk neben den Zwettler Bier enthalten.

Geschmacklich war es ein wirklich ekelerregendes völlig übersüßtes „Kracherl“ vom Bier schmeckt man überhaupt nichts, lediglich der Geschmack der Zwetschken (Powidl) ist sehr dominant vorhanden und bleibt auch noch nach Stunden im Mund erhalten.

Es ist weder erfrischend noch durstlöschend (ganz im Gegenteil). Für mich der Flop schlechthin.

Rangliste:

  • Platz 1: Gösser naturtrüb Zitronen Radler
  • Platz 2: Gösser naturtrüb Kräuter
  • Platz 3: Stiegl Grapefruit Radler
  • Platz 4: Hirter Radler Kräuter
  • Platz 5: Stiegl Weise Holunder Radler
  • Platz 6: Zipfer Limetten Radler
  • Platz 7: Ottakringer – Radler Citrus
  • Platz 8: Almradler
  • Platz 9: Egger Apfelradler
  • Platz 10: Egger Naturtrüber Zitronenradler
  • Platz 11: Ottakringer – Radler Johannisbeere
  • Platz 12: Zwettler Zwetschken Radler

Abschließend bleibt mir noch als Fazit zu ziehen, dass ich nach dieser langen Testreihe, welche sich über mehrere Monate erstreckte, vorläufig genug vom Radler habe. Allerdings würde ich die auf den ersten sieben Plätzen belegten Radler jederzeit wieder kaufen und kann diese auch empfehlen, vor dem Rest würde ich abraten.


Die Erfahrungen eines Gutscheinkunden (News)

Thema: Kulinarische Themen

Ja, auch wir sind anfangs sehr oft der Verlockung erlegen scheinbar günstig ein Restaurant kennen lernen zu dürfen. Diverse Gutscheinfirmen (DailyDeal, Groupon, Deal Heute) werben mit bis zu 75 % Preisnachlass. Bei solchen Aussichten ist es nur zu verständlich, wenn man für kurze Zeit den sogenannten „Hausverstand“ komplett ausschaltet.


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Italienisches Genuss-Reisetagebuch: Gorizia und Collio

Thema: Kulinarische Themen

Tage 2 und 3 eines Kurzbesuchs bei „meinen“ italienischen Nachbarn.

Nach meinem Besuch in Grado ging’s von dort weiter in Richtung Monfalcone.


Die Stadt ist seit jeher berühmt für seine Werften, in den Cantieri Navali entstehen die größten Schiffe Italiens, darunter auch die zuletzt zu trauriger Berühmtheit gekommenen Schiffe der Costa Crociere.


Nicht zuletzt durch den wichtigen Hafen war das Umland von Monfalcone Schauplatz einer der gewaltigen Isonzo-Schlachten, bei der abertausende Österreicher und Italiener ihr Leben ließen. Dazu kommt die heikle Grenzziehung zwischen Italienern, Slawen und Österreichern.

Das Zentrum der Industriestadt Monfalcone ist nicht wirklich berauschend, um die große Kirche herum gibt es drei oder vier Altstadtgassen und einen daran angrenzenden, dafür umso größeren, quadratischen Platz.
In einer Nebengasse werde ich dann plötzlich fündig, denn Zeit zum Essen war es bereits.
Vor einer kleinen Trattoria, der Trattoria Enoteca La Formica (formica – die Ameise) plaudern einige Signori geschäftig miteinander, zwei Jungs spielen Fußball. In der ganzen Stadt ist tote Hose, aber hier spielt sich ordentlich was ab, auch drinnen. Also gleich mal rein in die gute Stube.


Der Barbereich ist voller „Stadtphilosophen“, die das Neueste aus Fußball und Politik austauschen. Die Signora hinter der Theke geleitet mich aber fürs Mittagessen sofort in einen etwas edleren und ruhigeren Nebenraum, der mit schlichten, aber sauber gedeckten Tischen ausgestattet ist. Ein paar kitschige Bilder und die selbst gezeichnete Comic-Ameise gehören zum Inventar dazu.


Die Signora zählt das heutige Angebot auf. Es gibt natürlich keine Karte, aber das wundert mich nicht, hier wird jeden Tag frisch gekocht – und jeden Tag etwas anderes angeboten.
Es wird schwierig für mich: die Nähe zum Meer ist offensichtlich. In diesem Haus wird ausschließlich Fisch verarbeitet. Will heißen, hier gibt’s weder Spaghetti al pomodoro noch al ragù, geschweige denn gebratenes oder gegrilltes Fleisch. La Formica serviert ausschließlich das, was die Pescatori jeden Tag aus dem Meer holen.


Da ich keine Frutti di Mare essen kann, lasse ich mich auf eine ganz neue Sache ein: Spaghetti con sarde, uvetta, finocchietto e pomodorini (mit Sardinen, Rosinen, Fenchelkraut und Kirschtomaten). Das Rezept ist mir gänzlich unbekannt, doch die Signora erklärt mir sofort: da in den Cantieri (Werften) der Stadt hauptsächlich Süditaliener und die wenig geliebten Extracomunitari (Ausländer) arbeiten, passt sich die Küche des Hauses an die Vorlieben der Werftarbeiter aus dem Süden an. Das Rezept ist typisch sizilianisch. Sehr gewöhnungsbedürftig, hat man aber einmal alle Geschmacksvorurteile abgelegt, schmeckt die Sache mehr als ordentlich – und sättigt ordentlich. Genau das, was harte Arbeiter täglich brauchen.





Der Hauptgang ist wiederum ein Paradebeispiel für die einfache italienische Küche:
Sarde fritte (frittierte Sardinen). Die in wenig Brösel frittierten Fische müssen noch von den Gräten befreit werden, die aber relativ dünn sind und nicht weiter stören. Zitrone drauf, fertig. Mehr braucht man nicht. Brava Formica!


Oder doch? Bereits während der Pasta bitte ich um den obligaten Emulgator. Ein Quarto (Viertel) vom Friulano wird mir gebracht. Da die Signora ihn noch immer „Tocai“ nennt, was man ja nach erfolgreichem Protest der Ungarn nicht mehr darf, bezeichne ich ihn als „Ex-Tocai“, was die beiden Signore am Nebentisch auf den Plan ruft.


Es entbrennt eine ernste, aber stets respektvolle Diskussion über das verhasste EU-Urteil. Doch noch mehr. Die eine Dame ist die Enkelin einer Winzerin aus Grinzing. Was dann folgt, ist eine Reise in die Vergangenheit der Region um Gorizia (Görz).
Die Dame erweist sich als lebendes Lexikon und erzählt von der „guten alten Zeit“ (ja, die Melancholie besteht auch hier), von Radetzky und dem Heiligen Florian, dem es zu verdanken ist, dass durch die Christianisierung viele Ortsnamen in den Bergen Norditaliens den Namen San Floriano erhielten.
Dass zu allem Überfluss nun auch die Provinz Gorizia dem Sparstift der Regierung zum Opfer fallen soll, ist der Gipfel von Signoras klagender Ausführungen.

Mit dem Wissen und der Lektion der Signora geht’s nach dem Essen weiter nach Gorizia, dem ehemaligen Görz. Die Stadt am Isonzo und an der Grenze zu Slowenien hat ihre glorreichen Tage längst hinter sich gelassen und präsentiert sich in seiner seltsam entspannten, mediterranen Art.
Die Stadt und ihr Umland, vor allem der nördlich gelegene Collio, eines der besten Weinbaugebiete Italiens, sind enorm geschichtsträchtig.



Kaum ein Gebiet ist von so vielen verschiedenen Seiten belagert und beherrscht worden.  Gehörte es zuerst zu Acquileia, kam es im Mittelalter zu den Habsburgern, danach zu den Illyrischen Provinzen Frankreichs, um im 19. Jahrhundert wieder zu Österreich zu gehören (das im Osten gelegene Krain gehörte auch zu Österreich). 1919 wurde das Gebiet schließlich von den siegreichen Italienern annektiert.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges waren dann wieder die Partisanen am Wort, die den Anspruch auf die Stadt erhoben. Der Friede von Paris und die Siegermächte waren es schlussendlich, die  das italienische Gorizia vom damals jugoslawischen Nova Gorica trennten und darüber hinaus die Grenzziehung zwischen Italien und Jugoslawien vollzogen.


All dies machte die Stadt seit jeher dreisprachig, alsoItalienisch, Slowenisch und Deutsch, wobei heute nur mehr die österreichischen Villen über der Stadt an das Deutsche erinnern, darunter auch die Residenz eines gewissen Herrn Radetzky.




Für den hügeligen Collio (slowenisch Goriška Brda) bedeutete dies eine Grenzziehung, die geographische Aspekte wie Bäche oder Straßen ebenso ignorierte wie die Besitztümer der Weinbauern. Noch heute gibt es Winzer, die einen Weingarten in Slowenien, den anderen auf italienischem Hoheitsgebiet bewirtschaften.


Nach einer kleinen Shoppingtour und einem Einkauf in der wohl besten Pasticceria der Stadt geht’s also ab in den Collio.
Die wunderschöne Hügellandschaft zwischen Isonzo-Fluss und der friulanischen Ebene zeigt sich in ihrem schönsten Frühlingskleid. Die Weinstöcke scheinen zu explodieren, der Löwenzahn ist am Verblühen, das Gras ist grüner als anderswo in Italien.
Die Lagen für die besten Weine sind enorm steil und geben an vielen Stellen das typische Gestein preis, die lokal benannte Ponka. Nichts anderes als Kalkmergel ist es jenes Gestein, das auch die Hügel der Südsteiermark auftürmt und den Weinen ihre unnachahmliche Mineralität verleiht.
Zusammen mit dem angenehm milden Klima und dem stets präsenten Wind macht dies nicht nur den Wein erstklassig, sondern auch den Aufenthalt zu einem besonders entspannten.



Das gesamte Gebiet ist zweisprachig, nicht zuletzt durch die zweisprachigen Ortstafeln klar erkennbar. Durch die Trennung nach 1945 „koexistieren“ italienische wie slowenische „Versionen“ desselben Ortes diesseits und jenseits der Grenze.
Dank des EU-Beitritts Sloweniens und dem Inkrafttreten des Schengen-Abkommens Ende 2007 sind die Grenzen endgültig gefallen, höchstens jene im Kopf der Unverbesserlichen. Das bedeutet also für den Weinkonsumenten: der Collio bzw. die Goriška Brda sind ein vinophiles Kleinod, egal auf welcher Seite der geographischen Grenze.


Am Abend des zweiten Tages meines verlängerten Ausfluges platze ich direkt in das Dorffest (italienisch: Sagra) von San Floriano del Collio (slowenisch: Števerjan, man erinnere sich an die Ausführungen der Signora aus Monfalcone). Es ist alles zweisprachig hier, vom Essensbon bis zu den WC-Schildern. Die Umgangssprache ist jedoch ganz klar Slowenisch, in den Dörfern des Collio ist die Muttersprache der Einwohner bis zu 90% die Slowenische, auf der slowenischen Seite kann aber auch trotzdem jeder Italienisch.

Es gibt Klobasa (Wurst), Ćevapčići, Hühnerkeulen und anderes Gegrilltes, jede Menge gutes Bier – und natürlich den lokalen Wein.
Neben einer aus Slowenien engagierten Schlagerband (5 junge Damen in pink!) ist ein traditioneller Tanz der Serbischen Komune von Triest (seit Zeiten Maria Theresias in Triest ansässig!) das Highlight.



Nebenan im Gemeindezentrum wird Wein verkostet, der auch draußen konsumiert werden kann. Highlight: Jakot 2006 von Franco Terpin (der bereits erwähnte „Ex-Tocai“, einfach mal frech das Wort „Tokaj“ andersrum geschrieben, um dem EU-Urteil mit viel Ironie eins auszuwischen).
Der Wein ist spontan (also ohne zugesetzte Zuchthefe) ca. 2 Wochen auf der Maische vergoren und hat gut 2 Jahre im großen Holzfass zugebracht.
Ergebnis ist ein sehr intensiver, dank dem heißen Jahr 2006 auch sehr alkoholischer Wein mit bernstein-ähnlicher  Farbe, ordentlich Gerbstoff und präsentiert sich trotzdem süffig und langanhaltend. Suchtgefahr!

Wunderschön auch der Malvasia 2010 von Draga, der ebenfalls mit 15% wuchtig und doch elegant daherkommt. Dank der Lagerung im Akazienholz wird die Typik des Malvasia mit der Süße des Holzes verbunden. Ergebnis: süffig und honigartig, ätherisch.
Beide genannten Produzenten werden tags darauf noch in ihren Kellern besucht und um einige Flaschen erleichtert.

Diesmal nicht besucht, aber beim nächsten Mal nachgeholt: Der Keller Movia in Ceglo, von Marketing-Genie Aleš Kristančič, mit seinem unnachahmlichen Jahrgangs-Schaumwein Puro (klassische Methode, Jahrgänge 2003 bis 2004 sollten jetzt noch im Verkauf sein), sowie der Altmeister Renato Keber aus Zegla di Cormons.


Bei so viel Fraß und Völlerei, verbunden mit einer ordentlichen Dosis Vitis vinifera ließ ich dann am Abend vor der Rückreise das Auto stehen, dank meiner ortsansässigen Freunde wurde ich dann in bester Obhut schlafen gelegt. Hierbei seien besonders die Gostilna Bužinel in Medana sowie der Agriturismo Kovač mit seinen wunderschönen Appartments ans Herz gelegt.


Dank der guten Unterkunft und den besten Gastgebern, die man sich vorstellen kann, ging’s tags darauf inklusive erwähnter Zwischenstopps zwecks Weinkauf zufrieden und erholt  heimwärts.
Hoffentlich bald wieder, spätestens wenn der eigene Weinkeller wieder trocken wird.
Na zdravje, prijatelji. A presto, ragazzi.


Adressen:


Enoteca Trattoria La Formica
Via Blaserna Pietro, 8
I-34073 Monfalcone (GO)
0039 0481 410131


Pasticceria Flair
Piazza Vittoria, 9
I-34170 Gorizia
0039 0481 533391


MOVIA
Ceglo 18
SLO-
5212 Dobrovo v Brdih
T: 00 386 5 395 95 10
F:
00 386 5 395 95 11
http://www.movia.si


Renato Keber
loc. Zegla, 15
I-34071 Cormons (GO)
0039 0481 639 844
http://www.renatokeber.com
renatokeber@libero.it



Draga
loc. Scedina, 9
I-34070 San Floriano del Collio (GO)
Tel./Fax. 0039 0481 884182


Gostilna Bužinel
Plešivo 37 a, Medana 16
SLO-5212 Dobrovo v Brdih
info@gostilna-buzinel.si
http://www.gostilna-buzinel.si
Tel.: 00 386 5 304 50 82
Tel.: 00 386 31 671 705
Fax: 00 386 5 395 91 55

Agriturismo Kovač
loc. Giasbana, 11
34070 San Floriano del Collio (GO)
Tel. : +39 0481 390247
Tel.: +39 348 0041503
Fax: +39 0481 390247

http://www.agriturismokovac.it

 



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